Mittwoch, 2. März 2011
"Saving Private Ryan" Blu-Ray Review
Operation Overlord, Omaha Beach, 6. Juli 1944. Hunderte von Amerikanern mussten ihr Leben lassen um bei der Landung in der Normandie dabei zu helfen, das besetzte Frankreich von den Nazis zu befreien und das Ende des Krieges einzuleiten. Der Geschichtsträchtige Tag bietet auch die Ausgangslage für die erste Szene in "Savin Private Ryan". Kugeln pfeifen durch die Luft, Soldaten schreien, der ganze Strand ist übersät mit Leichen und Blut - selten wurde eine Schlacht derart eindrücklich in Szene gesetzt und sie sollte lange unerreicht bleiben.
Mit Kriegsfilmen ist es immer so eine Sache. Eine schmale Gratwanderung zwischen beklemmend und gut, oder lahm und lächerlich. Leider gibt es von letzterer Kategorie mehr Exemplare als von ersterem. "Saving Private Ryan" darf sich ruhig damit rühmen, einer der besseren zu sein. Auch wenn die Rahmenhandlung ruhig etwas realistischer und mitreissender hätte ausfallen dürfen, so sind es in erster Linie die zahlreichen Schusswechsel mit denen Steven Spielberg hier punkten konnte. Und auch auf Blu-Ray weiss der Streifen durchaus zu überzeugen.


Bild
Satte 13 Jahre hat "SPR" schon auf dem Buckel. 13 Jahre die man dem Film nur sehr selten ansieht. In erster Linie sticht die gelungene Bildschärfe ins Auge, mit der sowohl Kleidung wie auch Hintergründe bestens inszeniert werden. Auch die Umrisse der Gesichtszüge werden sehr scharf gezeichnet, jedoch lässt die Detailfülle ein wenig zu Wünschen übrig. Es sind kaum Feinheiten der Haut auszumachen und auch Bartstoppel und ähnliches hat man bereits besser erkennen können. Gemessen am Alter macht der Film jedoch eine sehr gute Figur und vermag nicht zuletzt durch den erdigen, dreckigen Look zu überzeugen.


Sound
Wichtigster Punkt bei einem Kriegsfilm dürfte wohl ein realistischer Kugelhagel sein, welcher zusammen mit markerschütternden Explosionen für ein mulmiges Gefühl im Magen sorgt - eine Aufgabe welche "SPR" mit Bravour meistert. Eine potente Surround-Anlage vorausgesetzt erzittern hier jegliche Wohnzimmermöbel durch den exzessiven Einsatz des Subwoofers. Aber auch die restlichen Lautsrpecher werden zu Genüge angesteuert und verwöhnen mit sehr voluminösen Sounddetails und einer stets klaren Sprachausgabe. Ein wahres Fest für all jene, die es gerne laut und brachial mögen.


Fazit
Wer mit Kriegsfilmen und dem Thema des 2. WK etwas anfangen kann, der sollte bei "Saving Private Ryan" längst zugegriffen haben. Das Bild kann streckenweise beinahe mit neuen Produktionen mithalten und die enthaltene DTS-Spur ist über jeden Zweifel erhaben und liefert sehr wuchtige Ergebnisse, an denen auch die Nachbarn ihre helle Freude haben werden.

-> 8.5/10 Blu-Ray Punkten



Dienstag, 22. Februar 2011
"I Am Legend" Blu-Ray Review
Einmal mehr stellt Hollywood dar, wie sich die Menschheit selbst ausrottet und einmal mehr ist das Ergebnis sogar unterhaltsam. Diesmal dreht sich alles um ein Antivirus mit welchem der Krebs endlich geheilt werden soll. Dumm nur, dass sich die Patienten später in hyperaktive Untote Verwandeln deren Instikte sich nur noch auf das Überleben und Fressen beschränken. So geschehen auch in der Weltstadt New York, in welcher noch genau ein einziger Mensch lebt: Dr. Rober Neville (ein überraschend starker Will Smith), der sich der Erforschung dieses Virus verschroben hat, mitsamt seiner Hündin Samantha. Auf einem seiner Streifzüge durch die verlassene Stadt gerät er eines Tages in eine Falle die einer der seinen verblüffend ähnlich sieht - und von da an ist nichts mehr wie es einst war...


Bild
Detailliert aber leicht unscharf gibt sich der Gesamteindruck des hier vorliegenden Bildes, trotz der Tatsache dass "I Am Legend" noch beileibe kein alter Film ist. Gepunktet kann hingegen mit einer kräftigen und sehr natürlichen Farbwiedergabe, die nie übertrieben oder zu satt wirkt - gang im Gegensatz zum Schwarzwert, der ruhig etwas kräftiger hätte ausfallen dürfen und zuweilen gar ein wenig ins Graue abdriftet. In einzelnen Shots sind auch leichte Doppelkonturen erkennbar und in rasanten Szenen stört eine minimale Bewegungsunschärfe. Schade dass nicht alles so gut daherkommt wie die paar wenigen Close-Ups die eingebaut wurden, in welchen man sowohl sehr viele Details wie auch eine optimale Schärfe ausmachen kann. Hier zeigte nicht zuletzt "I, Robot" wie man das Maximum herausholen könnte.

Sound
Keine Blösse gibt sich hingegen die akkustische Präsentation, die alle Register zieht. Eine sehr klare und deutliche Sprachausgabe wird von wummernden, tiefen Bässen und stets ort- und hörbaren Detaileffekten untermalt. Dass sich dabei auch ein sehr voluminöser Raumklang entfaltet, rundet die Sache nur noch ab. Getrübt wird der Gesamteindruck lediglich von der Musik, die minimal lauter sein dürfte und somit in einigen Szenen zu sehr in den Hintergrund rückt.


Fazit
"I Am Legend" bietet eine überzeugende One-Man-Show von Will Smith, verpackt in eine Story ohne grosse Überraschungen. Die Stärken des Filmes liegen in der Präsentation mit einigen wirklich gelungenen Kameraeinstellungen sowie einer DTS-Spur ohne jegliche Kompromisse. Letztendlich ist es das in einigen Punkten schwächelnde Bild, welches der Blu-Ray das Vordringen in höhere Wertungsregionen verwehrt.

-> 7/10 Blu-Ray Punkten



Dienstag, 15. Februar 2011
"The Bourne Identity" Blu-Ray Review
Eine spannende, wendungsreiche Handlung, im ersten Moment undurchschaubare Charaktere, knackige Schusswechsel und schnelle Autoverfolgungsjagden. Das ist der Stoff, aus welchem die richtig guten Actionthriller gestrickt sind - und genau diesem Muster folgt auch "The Bourne Identity" mit Matt Damon als Kampfmaschine auf 2 Beinen, die ihr Gedächtnis verloren hat. Mit 2 Kugeln im Rücken aus dem Meer gefischt und mit einer Kontonummer in der Hüfte macht sich Jason Bourne auf, seine wahre Identität zu entschlüsseln und die Leute zu finden, die ihm das angetan haben. Im Verlauf der Geschichte tun sich jedoch immer mehr Fragen auf und von der einen oder anderen Person bleiben die Motive bis zuletzt im Dunkeln - was mit ein Grund dafür war, dass der sehr erfolgreiche Streifen mit 2 Nachfolgern komplettiert wurde. Und wie macht sich der erste Teil dieser Trilogie auf Blu-Ray?


Bild
In Sachen Bildqualität zumindest schon mal durchzogen. Zwar ist das Farbspektrum auf der einen Seite sehr natürlich, aber zumeist lässt das Bild die vielen netten Details vermissen, die man bereits von anderen Filmen kennt. Das macht sich unter anderem auch in den wenigen Close-Ups bemerkbar, in welchen Hautkonturen und -partikel leider ebenso verschwinden.
Egal ob in Nahaufnahmen oder auf Distanz, das Bild bleibt bis auf wenige Ausnahmen einfach zu weich und wird der blauen Scheibe nicht so ganz gerecht. Zwar zieht die DVD bei Schärfe und Detailgrad nach wie vor den Kürzeren, aber so wirklich überzeugen kann die erneute Veröffentlichung nicht.

Sound
Soundtechnisch gibt es hingegen nichts zu bemängeln. Egal ob Kugelhagel oder saftige Tritte und Schläge, was da aus den Boxen dröhnt ist durchwegs überzeugend und wuchtig. Auch bei der Autoverfolgungsjagd durch Paris bleibt kein Detail auf der Strecke - von röhrenden Motoren über heulende Sirenen zu schreienden Passanten, alles wirkt stets wie aus einem Guss und niemals aufgesetzt. Dass sich die Stimmen dabei auch noch immer klar und deutlich anhören, ist letztendlich bloss noch das Tüpfelchen auf dem I.


Fazit
"The Bourne Identity" ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der Haben-Seite steht ein fast perfekt inszenierter, intelligenter Actionthriller mit durchdachter Story und sehr gelungenem Sound. Auf der Soll-Seite jedoch ein schwächelndes Bild, welches der Blu-Ray nicht in jedem Aspekt gerecht werden kann. Wer den Film nicht bereits auf DVD besitzt, kann dennoch bedenkenlos zugreifen, während die andern per Verleihversion bestenfalls erst einen Vergleich ziehen.

-> 7/10 Blu-Ray Punkten