Träume sind eine vom menschlichen Gehirn selbst erdachte und gesteuerte Welt, in die wir uns alle Nacht für Nacht hineinflüchten - egal ob wir uns am nächsten Tag daran erinnern, oder nicht. Was aber wenn es möglich wäre, in die Traumwelt eines anderen Menschen eindringen zu können und darin herumzupfuschen wie es einem beliebt?
Genau mit dieser Thematik hat sich Christopher Nolan in seinem letzten Film "Inception" beschäftigt. In der Hauptrolle sehen wir einen einmal mehr überzeugenden Leonardo DiCaprio als Dom Cobb, der einen Extractor spielt - also eine Art Traumdieb, der dazu befähigt ist, spezielle Gedanken und Details aus einem Traum zu extrahieren, beispielsweise Kombinationen für Safes, PIN-Nummern von Kreditkarten, und so weiter und so fort.
Eines Tages erhält er ein lukratives Angebot von einem seiner erst kürzlich bestohlenen Opfer: Cobb soll mit seinem Team in den Traum eines Geschäftsmannes eindringen und diesen dazu bringen, das geerbte Imperium seines Vaters aufzuteilen, Dieser Vorgang, genannt Inception, gilt nicht als völlig unmöglich, aber als äusserst schwierig. Gelingt es Cobb und seinem Team trotzdem dank minituöser Planung und viel Geschick?
Regisseur Christopher Nolan wandelt einmal mehr auf den Pfaden abseits des breiten Mainstream-Highway. Nicht dass "Inception" sonderlich anspruchsvoll wäre, aber dennoch schlägt der Film in Sachen Kreativität und Thematik so manch andere Hollywood-Produktion um Längen. Natürlich bleibt es dennoch letztendlich bei einem - äusserst hochklassigen - Popcornfilm, aber einem, der sich trotzdem durch Inszenierung und Aufmachung abheben kann.
Trailer:
http://www.youtube.com/watch?v=JEv8W3pWqH0
Bild
Wobei wir bereits beim visuellen angelangt wären. Es wäre äusserst schade, einem solchen Film kein angemessenes Grundgerüst zu verpassen; und genau das ist es auch was man mit dieser Blu-Ray erhält. Die meiste Zeit über sind Protagonisten sowie Kulissen gestochen scharf in Szene gesetzt und weisen darüber hinaus eine mehr als ordentliche Detailfülle auf. Dank optimalen Kontrasten wirkt das Bild auch sehr lebendig und überzeugt mit einer teilweise enormen Plastizität. Nur sehr selten mischen sich einzelne unschärfere Distanzshots oder dunkle Szenen mit kleinerem Detailverlust ein - aber abgesehen davon kratzt "Inception" gefährlich nahe an der Referenzmarke und liefert bestes HD-Material fürs heimische Wohnzimmer!
Sound
Einmal mehr wurde die deutsche Synchro in Dolby Digital abgemischt und lediglich die Originalspur kommt als DTS-HD daher. Aber noch nie zuvor ist mir eine solch gelungene DD-Abmischung untergekommen, die eine absolut vorbildliche Feindetailwiedergabe aufweist. Als Beispiel sei hier der erste grosse Schusswechsel nach den ersten ~30 Minuten genannt, bei welchem man oftmals prasselnde Regentropfen, abgefeuerte Kugeln, klirrende Patronenhülsen, quietschende Reifen und Dialoge auf einmal vernimmt - und das aus allen verfügbaren Lautsprechern, ohne dass auch nur ein Detail davon verloren geht. Genau so sollten Filme gemixt und balanciert werden, dies ist absolute Referenzklasse, die auch euren Subwoofer ordentlich ins schwitzen bringen wird - die Tiefenbässe sind nicht von schlechten Eltern!
Fazit
Wie bereits erwähnt ist "Inception" kein typisches Mainstream-Kino und war dennoch ein absoluter Kassenschlager. Einmal mehr hat es Christopher Nolan geschafft, eine interessante Thriller-Geschichte in ein ansprechendes Gewand zu hüllen und dem Zuschauer rasante Action, unglaubliche Special Effects und ein tolles Schauspielerensemble um die Ohren zu pfeffern - und das alles zum Score vom unnachahmlichen Hans Zimmer.
Perfektes Kino für zuhause und uneingeschränkt empfehlenswert.
-> 9/10 Blu-Ray Punkte
Stan Lee hat in all seinen Jahren bei Marvel so viele Superhelden erschaffen, dass es beinahe unmöglich ist, den Überblick zu behalten. Und doch gibt es Figuren, die fast jeder kennt. Einer der sicherlich ganz vorne mit dabei ist, lautet auf den Namen "Spiderman", New Yorks freundliche Stimme aus der Nachbarschaft.
2002 hatte sich Regisseur Sam Raimi ("Evil Dead") an eine Filmumsetzung der beliebten Comicspinne gewagt und damit nicht nur eine neue Filmwelle, sondern auch eine enorm erfolgreiche Serie ausgelöst, die demnächst auf eine Quadrilogie ausgeweitet wird. Doch was genau macht "Spiederman" zu einer solch unterhaltsamen Franchise?
In der Trilogie erfährt der Zuschauer nicht nur, wie Peter Parker (Tobey Maguire in seiner ersten wirklich grossen Rolle) von einer Spinne gebissen und zum Helden mutiert, sondern auch wie er das Herz seiner angebeteten Mary-Jane Watson (die bezaubernde Kirsten Dunst) erobert und sich mit zahlreichen Schurken schlagen muss und sich damit einer stets wachsenden Beliebtheit bei New Yorks Bevölkerung erfreut.
Dabei wird jedoch auch immer wieder aufgezeigt, mit welchen Problemen sich Peter herumzuschlagen hat, da so ein Doppelleben nicht gerade das einfachste auf der Welt ist.
Storymässig schenken sich alle drei Teile nicht sonderlich viel und die grundsätzliche Spannung hält sich ebenfalls stets in Grenzen. Eigentlich ist immer klar, dass Spiderman überleben und sich alles zum guten wenden wird. Zusammengehalten wird das Spektakel bloss durch die Charaktere, welche alle immer eine kleine Wandlung vollziehen, wie auch von der teilweise bombastisch inszenierten Action.
Auch die Schurken mit denen sich Spidey abgibt, wechseln von Teil zu Teil und werden - zum Glück - immer besser. Der grüne Goblin (gespielt vom sehr charismatischen Willem Dafoe) erinnert mit seinem Plastik-Kostüm noch sehr stark an die billigen Figuren der Power Rangers, während Dr. Octopus (Alfred Molina), Sandman (Thomas Haden Church) und Venom (Topher Grace) alle sowohl optisch wie auch dramaturgisch mehr auf dem Kasten haben.
Doch wieviel taugt der Kampf von gut gegen böse in New Yorks Strassen auf Blu-Ray?
Bild
Bereits im ersten Teil der Trilogie erkennt man eine sehr hohe Detailfülle und einen sehr zufriedenstellenden Schärfegrad. Vereinzelte Distanzshots wirken etwas weicher, was jedoch nie zu stark ins gewicht fällt. Eher trübt das ab und an auftretende, leichte Filmkorn den Spass ein wenig; ehe man sich wiederum an den natürlich-satten Farben und dem enorm plastischen Bild erfreut. Einziges Manko bleibt der leichte Detailverlust in dunklen Bereichen.
Die Teile 2 und 3 steigern den positiven Gesamteindruck dann noch einmal und zeigen noch mehr Details in einem noch schärferen Rahmen. Das Filmkorn ist verschwunden, die Farben wirken minimal kräftiger und selbst die Plastizität wurde erneut verbessert. Hier gibt es also rein gar nichts mehr zu meckern und "Spiderman" liefert durchaus einige Szenen mit bestem Demomaterial ab.
Sound
Bei einem solchen Actionkracher darf der Sound natürlich keineswegs der optischen Qualität hinterherhinken, weshalb man sich hörbar viel Mühe gegeben hat, das Ganze anständig zu schmücken. So ist die Feindetailwiedergabe ein beispielhafter Genuss, das Balancing absolut ausgewogen und auch die Bässe kommen durchwegs satt über die Boxen. Schade ist lediglich, dass hier keine DTS-Spur vorliegt, sondern nur in Dolby Digital bzw. True HD gemixt wurde. Dies tut dem Genuss zwar keinen Abbruch, aber es wäre mit Sicherheit noch mehr drin gelegen.
Fazit
Wenn sich Spidey durch Manhattans Strassenschluchten schwingt, sich mit Bösewichten prügelt und New Yorks Bevölkerung vor allerhand Gefahren rettet, macht das Zuschauen jede Menge Spass. Aufgelockert wird das Geschehen durch die Charaktere und teilweise amüsanten Dialoge, was sich alles zum sehr gelungenen Popcorn-Kino zusammenfügt. Kritik äussern kann man höchstens am meist hervorsehbaren Handlungsstrang und der Tatsache, dass vieles immer nach dem selben Schema abläuft. Eine Person schwebt in Gefahr, Spidey kommt, es gibt ein paar Minuten Action, Spidey plus Widersacher verschwinden wieder. Und das in allen der drei Filme. Trotzdem wird die Trilogie selten langweilig und bietet somit beste Unterhaltung für den anspruchslosen Actionliebhaber.
-> 7.5/10 Blu-Ray Punkte
"The Black Dahlia Murder" ist ein Name, den man in den letzten Jahren immer häufiger gehört hat. Mit Auftritten an renommierten und namhaften Festivals wie Wacken, Brutal Assault, Deathfest, Ozzfest, With Full Force, Summer Breeze und nicht zuletzt dem schon fast legendären Mountains of Death Festival konnten sie in der Szene bereits so einige Anhänger um sich scharen. So ist es vor allem die Energie bei ihren Auftritten welche zu überzeugen weiss. Der Elan den die 5 Jungs aus Detroit an den Tag legen wenn sie ihre ganz eigene Form des Melodic Death Metal zelebrieren, wirkt enorm mitreissend und greift dann auch recht schnell auf das Publikum über.
So geschehen auch gestern in einem kleinen Club im schweizerischen Kanton Aargau. Doch eines nach dem andern.
Location
Das "Böröm Pöm Pöm" [ja, der Club heisst wirklich so!] in Oberentfelden ist mit Zug und Regionalbahn ab Aarau relativ gut zu erreichen, schwierig wird je nach dem höchstens die Heimfahrt - abhängig davon, wie lange das Konzert eben dauert. Wer es jedoch wieder zurück nach Aarau schafft, kommt von dort aus bis sicher 2 Uhr nachts problemlos noch richtung Bern, Basel oder Zürich.
Der Club selber befindet sich in einem Industriegebiet und bietet genügend Parkmöglichkeiten für die doch eher kleine Anzahl an Besuchern. Mit gerade mal 200 Leuten ist der Raum nämlich bereits zum bersten gefüllt, wobei es die Platzverhältnisse nicht gerade einfacher machen.
In der hinteren Ecke stehen 2 Sofas und eine elektronische Dartscheibe, die ca. 5 Meter lange Bar nimmt dann ebenfalls noch einiges an Platz weg und gegenüber davon will auch noch der Tontechniker samit Mischpult beschäftigt werden. Hinzu kommt, dass einzelne Stützpfeiler/Säulen sowie kleine Stehtische den verbleibenden Platz ebenfalls nochmals schmälern. Man kann sich also durchaus vorstellen, wie das da drin bei nur 200 Leuten bereits zu und her geht.
Aufgrund der Säulen ist es dann auch nicht gerade einfach, einen Platz zu ergattern, bei dem man auch die komplette Band zu Gesicht kriegt. Ganz klar, je näher man am Geschehen ist, desto besser.
Ebenfalls zu erwähnen ist die Hitzeentwicklung, die auf solch engem Raum natürlich schnell unangenehme Werte aufweist. So ziemlich jeder Besucher hat einiges an Körperflüssigkeit verloren und auch die Bands haben ordentlich transpiriert. Durch die damit entstandende stickige Luft war zeitweise auch das atmen nicht mehr ganz so angenehm.
Akkustisch war an diesem Abend jedoch alles in bester Ordnung. Die Herren am Mischpult haben ihre Arbeit gewissenhaft und sehr ordentlich erledigt, der Sound aus den eher kleinen Lautsprechern klang satt und voll, ohne Details zu verschlucken - und dies selbst bei den zwei Supportacts.
Abgesehen davon dass die linke Box zwischendurch mal für 5 Sekunden still war, war hierbei also alles in bester Ordnung.
Schön auch, dass man in Oberentfelden an die Raucher denkt, für die man im Flur, gegenüber des Merchandise-Standes, extra ein belüftetes Fumoir eingerichtet hat. Wer also jeweils keine Lust darauf hatte, die zwei Stockwerke bis zum Eingang zu überwinden, durfte sich dort in die doch etwas stickige Raucherhöhle begeben.
Insgesamt erhält die Location von mir 6/10 bangende Metallköpfe.
Preise
Drei Bands sorgten an diesem Abend für die Unterhaltung, 35.- wollten die Veranstalter dafür sehen. Dies ist, verglichen mit anderen Konzerten, im gehobenen Durchschnitt aber angesichts der Qualität der Bands dennoch vertretbar.
Die Getränkepreise waren hingegen durchaus im fairen Bereich angesiedelt. Mit 5.- konnte man einen halben Liter Bier und mit 3.- einen 3dl Becher eines Softdrinks oder Bieres im Offenausschank erstehen. Während Flaschenbiere mit 6.- zu Buche schlugen, kann ich über den härteren Alkohol kein Urteil fällen, da ich mich diesem nicht gewidmet habe.
Die Preise für T-Shirts und CDs waren ebenfalls im absolut vertretbaren Rahmen angesiedelt. Wer die neue Scheibe von "The Black Dahlia Murder" erstehen wollte, musste dafür 20.- auf den Tisch legen, während es für ein T-Shirt nochmals 5.- mehr waren. Die beiden Supportacts überreichten ihre Waren dem Volke für durchschnittlich 5.- weniger.
Aargauer Preispolitik und fairer Merchandise ergeben hier also eine Gesamtpunktzahl von hübschen 8/10 bangenden Metallköpfen.
Bands
Die Bandauswahl war mit 3 Acts nicht sonderlich gross, aber sorgte dennoch für Abwechslung. Das liegt zum einen sicherlich daran, dass es kaum etwas vergleichbares wie "The Black Dahlia Murder" gibt und sich auch die beiden Supportacts von einander unterschieden.
Den Anfang machten "Some Kind of Noise" aus der Umgebung mit einer Mischung aus Metalcore und Deathcore. Viele Breakdowns, ab und zu eingestreute Blastbeats und ein teilweise schon fast komplexer Aufbau der Songs rückten die Jungs in ein gutes Licht und sie konnten eindrucksvoll zeigen was sie so drauf haben, während erste Violent Dancer ihre (extrem nervigen und dämlich anzusehenden) Bewegungen vollführten und der Rest der anwesenden Gäste gediegen mit dem Kopf nickte.
Nach einem 30-minütigen Set und einer kurzen Umbaupause ging es dann auch gleich weiter mit
"Breakdown of Sanity" - einer Combo die nun bereits mit dem zweiten Longplayer auf sich aufmerksam macht. Ihr treibender Metalcore kann am treffendsten mit Bands wie "Parkway Drive" verglichen werden und stiess beim Publikum auf viel Wohlwollen. Erneut gab es bescheuerte Tanzeinlagen und einige wirbelnde Köpfe zu sehen, während die Berner Gielen sich als wahre Energiebündel entpuppten. Somit konnten sie die Entscheidung, beim Open Air Gränichen spielen zu dürfen, gekonnt untermauern und bestimmt noch den einen oder anderen Anhänger dazugewinnen.
Leider war es dann der Manager von "The Black Dahlia Murder" welcher den Jungs einen Strich durch die Rechnung machte und ihr Set nach nur 15-20 Minuten beendete, weil die Nordamerikaner auf die Bühne sollten. Eine doch eher zweifelhafte Entscheidung, gemessen daran dass der Auftritt von "Breakdown of Sanity" sehr gut ankam und man des weiteren absolut im Zeitplan war. Sehr schade.
"The Black Dahlia Murder" konnten für diese Entscheidung dann immerhin entschädigen. Mit bester Laune präsentierten sich die 5 Herren dem rappelvollen Böröm Pöm Pöm und gaben eine gute Stunde lang eine gelungene Mischung aus alten und neuen Tracks zum Besten. Man spielte sich einmal quer durch die Diskografie und zurück, erzählte zwischen den Songs kleinere Anekdoten, heizte das Publikum immer wieder von neuem an und erlaubte sich in erster Linie keinen einzigen Fehler.
Stets perfekt im Takt sassen auch die Soli von Gitarrist Ryan Knight bis zum letzten Ton und es wahr eine reine Freude, den Musikern bei ihrer Arbeit zuzuhören - und zuzusehen. Trevor Strnad wirbelte so gut es ihm auf der kleinen Bühne möglich war hin und her, interagierte mit dem Publikum und genoss es sichtlich, derart gefeiert zu werden.
Die Stimmung war bei Songs wie "Deathmask Divine" oder "Statutory Ape" auf dem absoluten Höhepunkt und man brachte selbst einen kleinen Circle Pit auf die Reihe. Der Spass war der Band regelrecht ins Gesicht geschrieben und sie genossen dieses kleine, publikumsnahe Clubkonzert in vollen Zügen.
Vor und nach der Show gab es auch genügend Gelegenheiten, sich mit den, wirklich sehr netten, Herren zu unterhalten, Fotos zu schiessen, usw. Diese Bodenständigkeit und Offenheit sorgte dann auch für viel positive Resonanz und eine wirklich gute Grundstimmung und gab dem Abend eine ganz eigene Note.
Auch wenn die Auswahl bei dem Preis nicht sonderlich gross war, so konnte sie durch ihre Qualität überzeugen, wobei natürlich vor allem "The Black Dahlia Murder" für extrem viel Nackenschmerzen sorgten. Somit hagelt es hier 9/10 bangende Metallköpfe.
Fazit
Einmal mehr wurde bewiesen, weshalb Clubkonzerte einem Festival oftmals vorzuziehen sind. Klar, die Location hat durchaus ihre Nachteile und eignet sich nur bedingt für diese Art von Konzerten, aber das hat meinen Spass kaum gemindert. Keine Parkprobleme, faire Preise und drei nette bis grandiose Acts sorgten für sehr viel Spass - gerne wieder!
23/30 begeisterte, bangende Metallköpfe untermauern dieses Review.

Trevor approves!