"Rapunzel - Neu verföhnt" Blu-Ray Review
Wer kennt es nicht, das Märchen von Rapunzel? Ein Mädchen, gefangengehalten in einem Turm, ausharrend bis der einzig wahre Prinz an ihrem Haar hochklettert um sie zu befreien.
Wie langweilig wäre es doch geworden, hätte sich Disney für ihre neueste Produktion keine andere Storyline einfallen lassen. Aber die Damen und Herren der Disney Animation Studios verfolgen mit "Rapunzel - Neu verföhnt" einen völlig neuen Ansatz und erzählen ihre Geschichte mit viel Witz, Charme und sogar Action. Und dies alles in einem derart gelungenen Rahmen, dass es ein Traum ist...
"Rapunzel" ist der erste, von Disney selbst erstellte, abendfüllende Animationsfilm. Erstmals hat man nicht Pixar mit der Produktion beauftragt, sondern sich selbst darum gekümmert - und ist der Film dadurch schlechter geworden? Keinesfalls! Die Animationsqualität steht vorangegangenen Disneyfilmen in nichts nach, doch dazu später mehr.
Denn wie bereits gesagt, orientiert sich die Story bei "neu verföhnt" ein wenig anders. Bei Rapunzels Geburt ist die Königin sehr krank und als einziges Heilmittel kommt eine Zauberblume in Frage, eine Blume die bereits Jahre zuvor von einer Hexe entdeckt wurde und die Kraft besitzt, alles zu heilen und wieder neu und jung zu machen. Als die Königin mit Hilfe dieser Blume geheilt wird, gehen ihre Kräfte auf das neugeborene Kind über, auf Rapunzel. Nun besitzt ihr Haar zauberkräfte und da man es nicht abschneiden darf, wird Rapunzel kurzerhand von der Hexe entführt und in den Turm gebracht - wo sie eines Tages zufällig vom Kleinganoven Flynn Ryder gefunden wird. Und von dort an nimmt die Geschichte ihren ganz eigenen, teilweise urkomischen Lauf.
Bild
Eigentlich weiss man gar nicht, wo man anfangen soll. Bei der prächtigen, satten Farbpalette, der enormen Plastizität oder den abertausenden von Details - die visuelle Qualität von "Rapunzel" ist einfach schlichtweg bombastisch. Noch selten hat sich ein Animationsfilm derart farbenfroh präsentiert, ohne dass es übertrieben wirkte. Oftmals wird gar ein Effekt erzielt, dass es aussieht, als hätte man ein lebendiges Gemälde vor sich. Unterstützt wird dies durch hervorragende Animationen der Figuren, wobei in erster Linie Details wie Rapunzels Haare oder die bis in die kleinste Naht gestaltete Kleidung auffallen. Ebenfalls hat man sich bei den Schattenspielen besonders viel Mühe gegeben. Kaum wird es Nacht und die Dunkelheit wird von einer Laterne erhellt, wünscht man sich vor lauter Staunen in diese Welt hinein. So plastisch, so wunderschön und derart fantasievoll war noch kaum ein Animationsfilm zuvor.
Sound
Sehr vorbildlich, dass sich Disney dabei auch beim Soundmix keine Blösse gibt und eine DTS Spur abliefert die perfekt zum Geschehen passt. Von den glasklaren Dialogen und kleinsten Details zu absolut gelungenen und satten Tiefenbässen oder Effekten wie einem tosenden Fluss - diese voluminöse Tonspur bietet Hörgenuss im Höchstmass und macht "Rapunzel" auch zu einem Fest für die Ohren.
Fazit
"Rapunzel - Neu verföhnt" ist kurzgesagt ein Spass für die ganze Familie. Kinder haben ihren Spass an der sehr fantasievoll gezeichneten Welt und den kindgerechten Gags, während sich Erwachsene an den subtilen Untertönen und den skurrilen Charakteren bestens amüsieren können. "Raunzel" ist streckenweise sogar lustiger als "Oben" und lässt in Punkto Witz und Charme einmal mehr fast die komplette Dreamworks-Palette hinter sich.
Diese Blu-Ray ist definitiv ein Muss für jeden Disney-, Animations-, Fantasy- und Zeichentrickfan!
-> 9/10 Blu-Ray Punkten
lendenzorn am 12. April 11
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"Transformers" Blu-Ray Review
Es gibt Filme, die brauchen weder eine ausgeklügelte Story, noch interessante Charaktere oder gar nervenzerfetzende Spannung. Es gibt tatsächlich Filme, bei denen es reicht, mit CGI-Effekten halbe Städte zu zerstören während sich drumherum eine hanebüchene Geschichte ohne Sinn und Verstand entwickelt. Und genau solche Filme werden zu millionenschweren Blockbustern, welche ebenso viele Menschen in die Kinos locken. Perfektes Beispiel hierfür: "Transformers".
Basierend auf einer Spielzeugreihe von Hasbro hat Michael Bay ein Actionfeuerwerk erschaffen, welches im Grunde einzig und alleine von seinen Effekten lebt - was anderes war vom ehemaligen Videoclip-Regisseur aber eigentlich auch nicht zu erwarten. Die sehr schwache Story handelt von einem gigantischen Würfel namens Allspark welcher vor abertausenden von Jahren auf der Erde gelandet ist und während einer Polarexpedition entdeckt wurde. Wie es der Zufall so will, ist Samuel Witwicky (ein durchschnittlicher Shia LaBoeuf) im Besitz der letzten Habseligkeiten des ehemaligen Expeditionsleiters, seines Urgrossvaters. Und genau hinter diesen Utensilien sind die bösen Decepticons her, um damit den Allspark ausfindig zu machen. Verhindern sollen dies Optimus Prime und seine Bande Autobots - gigantische Roboter welche sich in sekundenschnelle in Autos verwandeln können.
Das klingt nach einem riesigen Mumpitz? Und genau das ist es auch. Aber dennoch hat "Transformers" etwas an sich, was Begeisterungsstürme auslöst: die Technik. Und das trotz einer Überlänge von fast 2,5 Stunden.
Bild
Bereits bei der Eröffnungssequenz stechen die bombastischen CGI-Effekte ins Auge, die auch heute noch gerne so einige Kinnladen runterklappen lassen. Derart detaillierte Roboter hat man zuvor in noch keinem anderen Streifen zu Gesicht gekriegt - und auch nach dem ersten "Transformers" war es schwer, dies noch zu toppen. Leider sind diese Effekte der einzige wirkliche Glanzpunkt an dieser Blu-Ray, alles andere ist lediglich Durschnitt. Zwar ist das Bild angenehm Scharf, weist jedoch nicht die erwartete übermässige Detailzeichnung auf, was unter anderem auch in den Close-Ups zum tragen kommt. Auch der doch teilweise sehr dunkle Schwarzwert macht das Ganze nicht besser, da sich in ihm fast jegliche Details verlieren - während die übrige Farbpalette sehr unnatürlich, übertrieben und übersatuiert wird. Somit wirkt das Bild nichtmal gewünscht plastisch, was durch die eher merkwürdig anmutenden Kontraste ebenfalls verhindert wird.
Sound
Macht immerhin der Sound seine Sache besser? jein. Zwar ist der Mix sehr gut ausbalanciert und Dialoge sind meist laut genug, jedoch verlieren sich einzelne Sprachfetzen auch mal gerne im Getümmel sobald ein wenig mehr los ist auf der Bildfläche. Abseits dieses Mankos sind die Dialoge jedoch klar und deutlich und verfügen auch über ausreichend Volumen.
Dass der Subwoofer in einem solchen Film genügend Arbeit bekommt, muss wohl nicht besonders hervorgehoben werden, jedoch dass die Bässe ihre Aufgabe sehr ordentlich erfüllen und für einen satten Soundteppich sorgen, über den sich einige gute direktionale Effekte legen.
Alles in allem ein zufriedenstellender Soundmix, der minimal hätte besser sein können und leider nur in Dolby Digital vorliegt (zumindest in der deutschen Synchro).
Fazit
Bei einem Film wie "Transformers" scheiden sich die Geister. Sieht man ihn zum ersten mal, erfreut man sich an den grandiosen Effekten und der satten Action und versucht die mehr als schlechte Story sowie das mangelhafte Script inklusive peinlicher Witze auszublenden.
Sieht man ihn jedoch mehrmals, fängt alles an zu nerven. Die Überlänge von knapp 2,5 Stunden hilft dabei auch nicht wirklich, dass man sich nur noch von Actionszene zu Actionszene hangeln möchte um das Effektgewitter zu erleben - weil es das einzige ist, was den Film wirklich sehenswert macht.
Wer den Streifen also noch nicht kennt und auf total hirnlose Action inklusive riesiger Zerstörungsorgie steht, darf sich diese Scheibe ruhigen Gewissens aus der Videothek ausleihen. Ansonsten gilt die Kaufempfehlung wohl nur für Fans, da einem nicht nur die ständigen Zeitlupen mächtig auf die Nerven gehen können.
-> 5/10 Blu-Ray Punkten
lendenzorn am 12. April 11
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"Diablo Sammelband" Buch-Rezension
Lesen ist eine Leidenschaft, die wahrlich nicht jeder gleichermassen teilt. Sind Medien wie Musik oder Filme heutzutage mit die wichtigsten um an die Jugend heranzukommen, so finden sich immer weniger Leseratten unter den Kids. Ich für meinen Teil habe etwa mit 14 begonnen, mich wirklich für Bücher zu interessieren, genauergesagt für Literatur. Krimis, Thriller, Fantasy, Horror - wohl in fast jedem Segment findet sich etwas, woran man Gefallen finden kann, sofern man sich darauf einlässt, einen Wälzer mit annähernd 1000 Seiten oder mehr durchzuackern.
Immer grösserer Beliebtheit allerdings erfreuen sich Romanumsetzungen von bekannten TV-Serien, Filmen oder Computerspielen. Und so stiess ich vor nicht allzu langer Zeit auf einen Sammelband zum gleichnamigen Action-Rollenspiel "Diablo", wobei sich die Bücher eher am zweiten Teil der Spielereihe orientieren.
Dieser Band besteht aus den 3 Geschichten "Das Vermächtnis des Blutes", "Der dunkle Pfad" sowie "Das Königreich der Schatten", wobei die zweite von Mel Odom geschrieben wurde (Forgotten Realms, Hellgate London) während sich Richard A. Knaak um die anderen kümmerte (Warcraft). Markant dabei ist, dass sich "Der dunkle Pfad" dementsprechend von den anderen unterscheidet, doch dazu später mehr.
Story
"Das Vermächtnis des Blutes" erzählt von Norrec Vizharan, einem Söldner, der gemeinsam mit zwei Freunden alles plündert was ihnen unter die Nase kommt. Dumm nur, dass sie sich ausgerechnet das Grab von Bartuc für ihren letzten Raubzug ausgesucht haben, welcher auch als 'Kriegsherr des Blutes' bekannt war. Bei dessen Ableben hinterliess Bartuc seine Rüstung mitsamt Helm, Panzerhandschuhen und Stiefeln - deren Teile allerdings in halb Sanktuario verstreut sind. Als sich Norrec die Handschuhe überzieht weiss er noch nicht, welches Unheil er damit auslöst und inwiefern sich sein Schicksal und das von ganz Sanktuario dadurch verändern wird. Auf der Suche nach des Rätsels Lösung macht er sich auf, die restlichen Teile der Rüstung zu finden. Doch er ist nicht der einzige der danach trachtet, wobei jeder Beteiligte ganz eigene Gründe dazu hat.
In "Der Dunkle Pfad" gelingt es einem verdorbenen Priester namens Buyard Cholik mit Hilfe des gewissenlosen Piraten Raithen ein uraltes Tor auszugraben, an welches sich seit Jahrhunderten kaum jemand erinnerte. Was Kapitän Raithen allerdings zu jenem Zeitpunkt nicht weiss: hinter dem Tor gebannt lauert Kabraxis, ein Dämon aus der alten Welt. Cholik öffnet das Tor und schliesst mit dem Dämon einen Pakt. Raithens Gegenspieler, der unerschrockene Seemann Darrick, wird Zeuge der Entfesselung des Dämons. Darrick versinkt nach diesem Ereignis, bei dem er seinen besten Freund verliert, in Trunksucht und Tatenlosigkeit. Doch das Schicksal hat ihn dazu auserkoren, gegen den Dämon zu bestehen und bald wird ihm dabei Hilfe zuteil, mit der er keinesfalls gerechnet hatte.
Tief verborgen im alptraumhaften Dschungel Kehjistans liegen die Ruinen von Ureh, einer der ehemals mächtigsten Königsstädte in ganz Sanktuario. Seit ihrem Zerfall jedoch spricht man von Ureh nur noch als "Das Königreich der Schatten", weil andauernde Dunkelheit zu herrschen scheint. Die Gier nach Gold und Reichtum jedoch bringt den Hexenmeister Quov Tsin an jenen Ort, begleitet von Hauptmann Kentril Dumon und seinen Söldnern. Kurz bevor sie dort eintreffen schliesst sich ihnen noch eine weitere Person an: ein Nekromant namens Zayl, dessen Beweggründe lange unerkannt bleiben. Als es Quov Tsin jedoch gelingt, Urehs Ruinen auf unfassbare Art und Weise wiederherzustellen und die Stadt plötzlich in ihrem neuen, alten Glanz erstrahlt, wird der Truppe erst bewusst was sich hier zugetragen hat - und dass das Ende dieses Abenteuers noch lange auf sich warten lassen wird.
Schreibstil
Es sind nicht nur die drei unterschiedlichen Handlungsstränge welche dazu führen dass sich jeder der drei Bände anders liest, es sind in erster Linie die differenzierten Schreibstile der beiden Autoren. Mel Odom hat einen sehr direkten, schnellen Stil mit welchem er seine Handlung vorantreibt. Lange ist dem Leser nicht wirklich klar was genau vor sich geht und es bedarf einiger Seiten bis sich die einzelnen Handlungsstränge zu verknüpfen beginnen und sich die Geschichte entfalten kann. Bis es soweit ist dürfte es dem einen oder anderen jedoch ein wenig zu lange dauern, da die einzelnen Stränge recht zäh und nur mässig spannend sind. Und als sich alles endlich zusammenfügt und man durchblickt, ist die Geschichte auch schon so gut wie zu Ende. Leider kommt dabei auch die Charakterentwicklung einiges zu kurz, so dass man kaum mitfiebert.
Es mag natürlich Geschmacksache sein, jedoch hat mir Knaaks Stil viel mehr zugesagt. Er schafft es nicht nur, seinen Geschichten eine spannende und interessante Ausgangslage zu geben, sondern ihnen auch noch nett herausgearbeitete Charaktere zu schenken, welche teilweise sogar überraschend vielschichtig sind. So gelingt es einem mühelos, sich in die jeweiligen Helden seiner Bücher hineinzuversetzen und jede Seite förmlich zu verschlingen, aus purer Neugier wie es denn nun weitergeht.
Was alle drei Bände gemeinsam haben, ist die Welt in der sie spielen: Sanktuario, Schauplatz der "Diablo" Spiele. So finden sich in den Büchern auch allerlei Anleihen an die Welt mitsamt wohlklingenden Namen der Städte Lut Gholein oder Kurast sowie auch deren Bewohnern. Amazonen, Nekromanten, Paladine und Zauberer. Wer die Spiele genossen hat, darf sich also auf zahlreiche Querverweise freuen und kann sich viel besser im Kopf ausmalen, wie die Welt aussieht die hier beschrieben wird. Alle anderen kriegen eine teilweise relativ schwache Beschreibung vorgesetzt anhand deren Bruckstücke sie allerhand Fantasie brauchen werden um vor ihrem geistigen Auge all das zum Leben zu erwecken.
Fazit
Der "Diablo" Sammelband ist nur bedingt zu empfehlen. Für mich persönlich war "Der dunkle Pfad" nichts weiter als eine Überbrückung von der ersten Geschichte zur letzten, ein notwendiges Übel. Es war zwar keine Qual, konnte bei mir allerdings fast nie wirkliche Spannung aufkeimen lassen. Einzig der Charakter des Darrik hat mich daran gehindert, die Seiten zu überfliegen und sogleich mit "Das Königreich der Schatten" weiterzumachen. Denn glücklicherweise hätte ich dadurch nichts verpasst, die drei Handlungen sind so gut wie gar nicht miteinander verknüpft und haben so grundsätzlich nichts gemeinsam. Und das sticht umso mehr heraus, sind doch die anderen beiden Geschichten überraschend gut geschrieben und werden den geneigten Diablo-Fan mühelos bei Laune halten können. Schlachten, Blut, Untote, Dämonen, Zombies, Skelette und eine fantasievolle Rahmenhandlung bieten alles was das Dark-Fantasy-Herz begehrt. Dass dabei auch bekannte Personen oder Orte auftauchen, macht die Sache nur noch besser - für Nichtkenner der Spiele jedoch umso schwieriger. Diese dürften nämlich ihre Liebe Mühe damit haben, sich mit der Welt anzufreunden, da sie eher oberflächlich beschrieben wird und es somit viel Eigenfantasie benötigt.
Die grosse Ausnahme bildet hier "Das Königreich der Schatten", das mit Abstand beste Buch des Bandes. Erstmals findet sich hier eine detaillierte Umschreibung der Stadt Ureh und des Königspalastes, ohne dass dabei die zahlreichen Charaktere zu kurz kämen. Des weiteren bietet es die spannendste der drei Geschichten und würde sich somit auch für Neulinge bestens eignen, um in die Diablo-Serie einzusteigen.
-> 6/10 abgegriffene Lesezeichen
lendenzorn am 05. April 11
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"Terminator 2: Judgement Day - Special Edition" Blu-Ray Review
Actionfilme. Ohrenbetäubende Explosionen, atemberaubende Verfolgungsjagden und martialische Schusswechsel während ringsherum die halbe Stadt zu Schutt und Asche zerfällt. Dies sind die Zutaten aus welchen wahre Männerträume gestrickt sind. Träume, welche im Optimalfall der HiFi-Anlage alles abverlangen und den Subwoofer zum schwitzen bringen.
In den vergangenen Jahren wurde hierbei der Zusatz von digital animierten CGI-Effekten immer wichtiger. Bestes Beispiel hierbei: Transformers. Eine wahre Materialschlacht mit einer Technik welche die Kinnlade herunterklappen lässt, auch heute noch. Und doch gelang es kaum einem Actionfilm der Neuzeit, einem Klassiker das Wasser zu reichen. Einem Film, der stolze 20 Jahre auf dem Buckel hat und noch immer mit zum besten gehört was dieses Genre zu bieten hat: "Terminator 2: Judgement Day" (aka "Tag der Abrechnung"). In der Hauptrolle der unvergleichliche Arnold Schwarzenegger mit der Performance seines Lebens. Seine Darstellung einer Maschine die letztendlich annähernd menschliche Züge aufweist ist ein Lichtpunkt wie man ihn im Actiongenre selten zu Gesicht kriegt und sicherlich mit ein Grund weshalb "Terminator 2" auch heute noch absolut sehenswert ist. Doch konnte dieses 2 1/2 stündige Machwerk auch entsprechend portiert werden?
Bild
Kurze Antwort: ja. Lange Antwort: ja, aber.. das Alter des Filmes hat natürlich seine Spuren hinterlassen und zieht auch auf Blu-Ray nicht unbemerkt an uns vorbei. Dennoch erfreut man sich an einer sehr gelungenen und kräftigen Farbdarstellung und einem gut ausbalancierten Kontrastverhältnis, welches einzelne Szenen auch ansatzweise plastisch erscheinen lassen. Zumindest mehr als es noch auf DVD der Fall war. Dazu gesellt sich eine recht ordentliche Schärfe, auch was die nach wie vor eindrücklichen CGI-Effekte betrifft, welche selbst 20 Jahre nach Erstausstrahlung nichts von ihrer Faszination eingebüsst haben. Zu aller Überraschung sind auch die Gesichter der Protagonisten in den Close-Ups ausreichend detailreich gezeichnet und brauchen sich vor einem Vergleich mit der einen oder anderen neuen Produktion keinesfalls zu verstecken.
Sound
Eine Soundspur im Nachhinein zu bearbeiten ohne dass es gekünstelt wirkt, ist schwer, weshalb man bei "Terminator 2" zum Grossteil darauf verzichtet hat. Dennoch hat man sich für das bestmögliche Format entschieden und präsentiert uns sowohl das englische Original wie auch die deutsche Synchro in verlustfreiem DTS-HD. Im Endeffekt ändert dies leider aber nichts an der Tatsache, dass man es hier nicht mit jüngeren Blockbustern aufnehmen kann. Die Synchronstimmen sind vergleichsweise etwas leiser und die Bässe lediglich zufriedenstellend. Und auch wenn jegliche Soundeffekte glasklar und ohne Rauschen aus den Boxen dringen, so ist die 5.1 Umgebung dennoch nicht überwältigen und lässt auch gesamthaft ein wenig Volumen und Druck vermissen. Anhand der gegebenen Möglichkeiten hat man aber das Maximum herausgeholt und quält den Zuschauer (oder besser Zuhörer) immerhin nicht mit einer schlechten digitalen Nachbearbeitung.
Fazit
Dass "Terminator 2" vergleichsweise alt ist, merkt man nicht nur an Herrn Schwarzenegger, welcher damals noch einiges frischer aussah als heute. Es ist vor allem die Soundqualität welche nicht mehr den heutigen Standards entspricht und sich einfach ein wenig dünn anhört - zumindest die Stimmen wirken im englischen Original etwas besser.
Dabei grenzt es fast an ein Wunder, dass James Camerons Meisterwerk optisch eine derart gute Figur macht. Detaillierte Nahaufnahmen, kräftige Farben und ein wirklich scharfes Bild lassen gerne vergessen, dass man sich hier einen 20-jährigen Film ansieht. Allerdings spielt das Alter bei "Terminator 2" sowieso keine Rolle, da Cameron mit seiner bombastischen Inszenierung, den gelungenen Charakteren und einer der coolsten Verfolgungsjagden der Filmgeschichte einen zeitlosen Klassiker schuf, der auch die nächsten 10 Jahre unbeschadet überstehen wird.
-> 8.5/10 Blu-Ray Punkten
lendenzorn am 05. April 11
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"Drachenzähmen leicht gemacht" Blu-Ray Review
Kaum ein Genre sieht in HD besser aus als Animationsfilme. Dank ihrer von Haus aus hohen Auflösung fällt es oft nicht schwer, die Filme in unglaublicher Qualität auf das neue Medium zu bannen - so auch geschehen bei "Drachenzähmen leicht gemacht", einem weiteren Streich aus dem Hause Dreamworks Animations, welche uns schon mit Shrek, Antz oder Madagascar viel Spass bereitet hatten. Und einmal mehr zeigt man uns, wie sensationell diese Animationsfilme wirklich aussehen können.
Der Junge Hicks ist ein Wickinger. Oder zumindest fast. Als Sohn des Häuptlings lebt es sich relativ schwer, wenn man bislang als fast einziger Dorfbewohner noch keinen Drachen erlegt hat und bloss in der Werkstatt der Schmiede schuftet, anstatt mit all den anderen Kids dem Drachentraining beizuwohnen. Eines nachts jedoch schafft er das unmögliche und holt einen der gefürchteten Nachtschatten vom Himmel, ein Exemplar welches niemand je zu Gesicht gekriegt hat. Und vom nächsten Tag an ändert sich Hicks' Leben schlagartig und er ist den Drachen näher als er es sich jemals zu erträumen wagte.
Bild
Bereits durch Filme wie "Wall-E" wissen wir über die Qualität von Animationsfilmen bestens Bescheid. Und auch hier hat Dreamworks eindeutig aus dem Vollen geschöpft und richtet mit der grossen Kelle an: angefangen bei der hochdetaillierten Darstellung der Drachen inklusive deren Hautschuppen, hin zur gelungenen Animation von Wasser bis zu den unglaublich realistischen Bewegungen der menschlichen sowie tierischen Charaktere stimmt hier einfach alles. Auch bei der scharfen Zeichnung von Kanten oder gekonnt eingesetzter Tiefenunschärfe gibt sich der Film keine Blösse und entfaltet in HD sein volles Potential.
Sound
Auch soundtechnisch gibt es nichts zu meckern. Score, Sprachausgabe und Effekte erklingen alle äusserst voluminös und überzeugen auch mit räumlichen Details sowie hübschen Effekten. Letztendlich ist es einzig die deutsche Synchronisation welches dem Verständnis einen Strich durch die Rechnung machen könnte, haben viele Charaktere doch einen recht starken Dialekt, welcher vor allem von Kindern nicht allzu leicht verstanden wird.
Rein vom Balancing her ist der Soundmix jedoch klar als sehr gut einzustufen.
Fazit
Wie viele Filme aus dem Hause Dreamworks ist "Drachenzähmen leicht gemacht" ein tolles, ideenreiches Fantasyabenteuer, welches jedoch weniger lustig ist als der Grossteil der Pixar-Konkurrenz. Auch wenn viele der Charaktere herzlich-skurril sind und manches zum schmunzeln anregt, so bleiben die grossen Lacher meist leider aus - und das ist auch der grösste Kritikpunkt an diesem Film. Freunde von Wickingern wie Wickie oder fantasievollen Animationsfilmen für die ganze Familie werden sicherlich ihren Spass haben, nicht zuletzt dank der hervorragenden visuellen Präsentation. Wer jedoch auf der Suche nach dem ultimativen Klamauk ist, wird hier nicht wirklich fündig.
-> 7/10 Blu-Ray Punkten
lendenzorn am 20. März 11
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"Equilibrium" Blu-Ray Review
Anfangs des 21. Jahrhunderts bricht der dritte Weltkrieg aus, die Menschheit versinkt im Chaos. Um der Lage Herr zu werden und einen vierten Krieg zu verhindern, hat man zu einer drastischen Methode gegriffen: Gefühle mit Hilfe von täglich dosierten Injektionen zu unterdrücken. Keine Liebe, keine Wut, kein Hass und keine Freude - in dieser Welt ist jegliches Fühlen verboten. Das Ziel, eine Welt ohne Krieg oder Mord zu erschaffen, wurde erreicht. Aber zu welchem Preis? Persönlicher Besitz wie Kunstgegenstände, Musik oder Bücher wird verbrannt und die sogenannten Sinnestäter exekutiert. Jenen Aufgaben geht John Preston (Christan Bale) nach, ein Kleriker, eine der obersten exekutiven Gewalten - dessen komplettes Weltbild zusammenbricht, als er eine Frau namens Mary in Gewahrsam nehmen soll.
Regisseur Kurt Wimmer (Salt, das Gesetz der Rache) gelang mit "Equilibrium" eine düstere Zukunftsvision über eine Welt, in welcher der gebrachte Frieden bedrohlicher wirkt als alles andere. Entsprechend gibt sich auch der visuelle Stil, welcher nun, auf Blu-Ray portiert, zu neuen Höhenflügen seit der DVD ansetzen kann.
Bild
Ich sollte vielleicht kurz relativieren: ja, die Blu-Ray bietet eine eindeutig höhere Qualität als die bereits erhältliche DVD-Fassung, aber Referenzwerte erreicht das Bildmaster keinesfalls. Grösstenteils ist die Schärfe sehr gelungen und auch die Farbwiedergabe ist kräftig, trotz der verwendeten Filter welche das Gesamtbild etwas kühler erscheinen lassen. In erster Linie fehlt es dem Film ein wenig an Details, was jedoch zu einem Grossteil auch an den verwendeten Hintergründen liegt. In vereinzelten Nahaufnahmen spielt die blaue Scheibe ihre Stärken aus und zeigt unzählige Hautporen, Bartstoppeln und Haarsträhnen - im Gesamten betrachtet fehlen solche schönen Kleinigkeiten jedoch zu oft. Was hingegen öfters ins Auge springt, sind (meist gewollte) Staub- und Schmutzpartikel, nebst einem sich stellenweise einschleichenden Filmkorn.
Sound
Die verwendete DTS-Spur hat durchaus ihre Vorzüge wie beispielsweise sehr druckvolle Tiefenbässe und eine sehr klare und deutliche Sprachausgabe. Trotz den zahlreichen Schusswechseln jedoch, fehlt es vor allem den hinteren Surroundlautsprechern an Arbeit und nur vereinzelt sind Effekte auch klar von hinten erkennbar. Für einen Film dieses Kalibers hätten also vor allem die Actionszenen noch etwas druckvoller und bombastischer ausfallen dürfen, ansonsten jedoch gibt sich der Mix durchaus zufriedenstellend.
Fazit
Filme sind immer Geschmacksache und so spaltet auch "Equilibrium" die Gemüter. Für einen Actionfilm ist die Erzählweise schon fast zu langsam und die Actionszenen zu spärlich eingesetzt, für einen Zukunftsthriller fehlt jedoch eine besser ausgeklügelte Story und etwas mehr Tiefe der einzelnen Charaktere. Mehrheitlich überzeugend ist aber die verwendete Technik, mit welcher der Film auf Blu-Ray portiert wurde. Wer mit dieser Art von Film also etwas anzufangen vermag, dürfte hiermit ganz bestimmt glücklich werden.
-> 7/10 Blu-Ray Punkten
lendenzorn am 20. März 11
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"Black Death" Blu-Ray Review
Sen Bean als stattlichen Ritter kennen wir bereits aus der Lord of the Rings Trilogie, doch auch in "Black Death" schmeisst sich der Blondschopf einmal mehr ins Kettenhemd und zieht in den Krieg. Dieses mal jedoch lautet seine Aufgabe, ein Dorf zu finden, welches bislang von der Pest verschont blieb, während jegliche Einwohner rundherum vom schwarzen Tod heimgesucht werden und hunderte täglich sterben. Gerüchte besagen, in diesem Dorf hause ein Totenbeschwörer welcher die Gefallenen wieder zum Leben erweckt und somit dem Glauben an Gott entsagt hat. Unsere Schar tapferer Ritter kann dies natürlich nicht auf sich sitzen lassen und will den Menschen den Glauben erneut einprügeln. Unter ihnen befindet sich auch ein junger Novize eines örtlichen Klosters - der einzige der sich in den umliegenden Sümpfen auskennt und die Gruppe zu führen vermag. Seine Vergangenheit jedoch soll bald das Schicksal der ganzen Gruppe besiegeln...
Bild
Rein stilistisch gibt sich "Black Death" als düsterer, dreckiger Mittelalterfilm, dessen Look leicht blass und erdig daher kommt. Es ist auch durchgehend ein leichtes Filmkorn warnehmbar, in allzu dunklen Szenen erkennt man einen groben Detailverlust und der Schwarzwert wirkt zuweilen leicht gräulich. Dies ist sehr schade, wäre die grundlegende Bildmaster doch sehr scharf und in helleren Szenen äusserst detailreich, während die Farbpalette zuweilen sehr natürlich und realistisch wirkt.
Sound
Auch akkustisch können hier keine grossen Akzente gesetzt werden. Zwar sind v.a. Dialoge sehr klar und überraschend voluminös, jedoch wirkt alles durch den spärlichen Einsatz von Surroundeffekten relativ unspektakulär. Nur in wenigen Szenen werden die hinteren Lautsprecher wie auch der Subwoofer exzessiv angesteuert, ansonsten beschränkt man sich auf vereinzelte Umgebungsgeräusche wie Regen, raschelnde Blätter im Wald oder ein wehendes Lüftchen.
Fazit
Auch wenn "Black Death" ein eher ruhiger und langsam erzählter Film ist, so hätte er grundsätzlich dennoch ordentliches Potential zur Unterhaltung gehabt. Das Schauspielerensemble ist nebst Sean Bean zwar grösstenteils unbekannt, macht seine Sache jedoch ordentlich, die Kulissen sind für einen Mittelalterfilm sehr stimmig und trotz der technischen Mängel wüsste die Blu-Ray im Grunde zu gefallen. Allerdings ist es die spannungsarme Handlung ohne Überraschungen oder Wendungen, welche dem Film den Wind aus den Segeln nimmt und letzten Endes mehr langweilt denn unterhält. Selbst als Fan von Ritterfilmen sollte man hiervon lieber die Finger lassen.
-> 3/10 Blu-Ray Punkten
lendenzorn am 20. März 11
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